Ein offenes Wort

Liebe Freunde!

Wir sind sehr, sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, uns hinsichtlich aktueller „Kirchenpolitik“ zu äußern. Es ist nicht unsere eigentliche Aufgabe.

Gerade auch deswegen, weil in unserer Gemeinschaft und in unseren Apostolaten Menschen mit sehr verschiedenen Hintergründen ihren Platz haben. Manche hatten immer schon ein Bild des Herzens Jesu über dem Bett hängen, manche ein Poster des kommunistischen Revolutionsführers Che Guevara (mit Zigarre!) – manche hatten auch beides … ;-)

Alle sind bei uns eingeladen! Die „Schublade“, aus der man kommt (oder in der man ist), ist dabei zweit-, vielleicht sogar dritt- oder viertrangig.

Primär wichtig ist: Allen wollen wir gemeinsam einen „Raum“ öffnen, in dem wir alle von der Gegenwart Jesu überrascht werden können …
ER stiftet unsere kleine Gemeinschaft von innen her, trotz unserer Verschiedenheiten! ER ist die Mitte all unserer Apostolate! ER möchte uns allen begegnen und uns in IHM verbinden! Herzliche Einladung!

Nichts desto trotz ein offenes Wort zur Absetzung von Pfarradministrator MMag. Andrzej Skoblicki, Kopfing.

Gleich vorweg, und damit wir uns wirklich auf keinen Fall falsch verstehen:
Mag sein, dass Pfarrer Andreas Skoblicki bisweilen pastoral unklug vorgegangen ist.
Mag sein, dass er sich bisweilen so verhielt, dass er Anlässe zu berechtigter Kritik bot.
Das mag alles sein.

Aber: Das, was mir bei dieser „ungewöhnlich harten Entscheidung“ (vgl. Georgia Meinhart, Die Presse.com vom 19.09.11) als Nachgeschmack hängen bleibt, ist, dass da Druck aufgebaut wurde, letztlich um jemand absetzen zu lassen, der einem nicht passt. Und das ist nicht nur ungerecht, sondern auch deswegen schade, weil das „Wirken von Pfarradministrator Skoblicki bei vielen Gläubigen – weit über Kopfing hinaus – auch Anerkennung gefunden und zur Bildung von Gebetsrunden sowie zu intensiven Formen des Glaubenslebens auch bei Jugendlichen geführt hat“ (so Bischof Ludwig Schwarz in seinem Brief an die Pfarre Kopfing vom 18.09.11).

In der Tat: Kopfing hat, wie ich finde, einen der interessantesten Jugendgebetskreise in diesem Land. Blühend, voller Lebendigkeit und tiefem Glauben an Jesus Christus. Wirklich ansteckend und dabei ganz einfach. Mitinitiiert wurde dieser Gebetskreis von Andrzej Skoblicki. Am Karsamstag 2011 durfte ich während Ostereinkehrtagen für ca. 30 Jugendliche über „Das Geheimnis des Karsamtags“ sprechen. Ich nahm dabei einen Text von Benedikt XVI. zu Hilfe, seine Ansprache vor dem Turiner Grabtuch. Dort sagte Benedikt XVI ua:

„Liebe Brüder, in unserer Zeit, besonders, nachdem wir durch das letzte Jahrhundert gegangen sind, ist die Menschheit besonders sensibel geworden für das Geheimnis des Karsamstags. Der verborgene Gott ist Teil der Spiritualität des gegenwärtigen Menschen, in einer existenziellen Weise, quasi unbewusst, wie eine Leere im Herzen, die immer größer wird.“ (vgl. Meditation des Papstes zum Grabtuch von Turin , gehalten anlässlich seines Besuches in Turin am Sonntag, den 2. Mai 2010).

Ohne pathetisch klingen zu wollen: Andrzej Skoblicki kann in diese Leere der jungen Menschen hineinsprechen und ihnen Jesus Christus verkündigen. Da gibt es ein Charisma.

Und bei aller (notwendigen!) pastoralen Klugheit: Es wäre sehr schade, wenn er nicht in Österreich bleiben würde, um dieses Charisma weiter zur Entfaltung zu bringen.

Bless!
Euer Maxi