Ein neues Jahr - ein neuer Jahresheiliger

Liebe Freunde!

Von ganzem Herzen: ein sehr gutes neues Jahr!
Es ist schon eine gute Tradition geworden, dass wir am 1. Jänner, am Hochfest der Gottesmutter Maria, einen “Jahresheiligen” für alle “in und um Loretto” ziehen.
Ort des Geschehens: Medjugorje!
Zeitpunkt: während einer ausgedehnten Lobpreiszeit!
Was passiert? Aus einem Korb mit vielen Zetteln, auf denen Namen von Heiligen stehen, wird ein Zettel, also der neue Jahresheilige, gezogen.
Oder ist es doch der Heilige, der uns “zieht”?

2010 hatten wir während der Lobpreiszeit am 1. Jänner einen Ehrengast in unserer Mitte: Kardinal Schönborn. Er zog Thomas von Aquin. Für uns ein Augenzwickern des hl. Geistes. Schließlich war 2010 das Jahr, in dem unser Studienprogramm in Philosophie und Theologie (Duc in altum!) wieder “auf Schiene” kam. Seit 2010 bieten wir regelmäßig Wochenendkurse zu den Grundfragen der Philosophie und der Theologie an, um vor dem Hintergrund eines lebendigen Glaubens in die Tiefe und Weite und Höhe des Geheimnisses des dreifaltigen Gottes und seiner Schöpfung einzutauchen – splash! Und bei diesem “Tauchgang” ist hl. Thomas der große Meister und ein wichtiger Fürsprecher!

2011 zogen wir die große Teresa von Avila. Für uns wieder eine wunderbare Choreographie des Himmels. Was war nochmals eines ihrer Kernsätze? Solo dios, basta! (Gott allein genügt!) Und 2011 war für uns das Jahr, in dem 24/7 (also: 24-Stunden-am-Tag-sieben-Tage-die-Woche-bei-Gott-im Gebet-ausharren) wirklich anfing im ganzen Land wie Schwammerl aus dem Boden zu schießen. Hier ein 24/7, dort ein 24/7, da ein 24/3, dort ein 24/1...  Sicher: 2010 gab es schon erste, starke Anzeichen von 24/7. Aber die große “24/7 Anbreitung”: die war 2011. Und was passiert bei diesen Anbetungswochen bzw. -tagen? Menschen sind vor Gott da. Einfach so, vor seinem Thron. Warum? Weil ER da ist. Weil ER es wert ist. Weil IHM unsere Anbetung und unser Lobpreis gebührt. Tag und Nacht. Basta!

2012: Johannes vom Kreuz (Juan de la Cruz) ist also der Heilige, der uns “gezogen” hat. Wieder ein echter “Hochkaräter”... Wir sind wirklich sehr geehrt! Und es wird gut sein in den nächsten Wochen und Monaten sich immer wieder mit den hl. Johannes zu beschäftigen. Mit seinem Leben, seiner Botschaft. Es wird gut sein, da echt in die Tiefe zu gehen. Spontan fällt mir seine “Dunkle Nacht der Seele” ein. Was meint er damit? Einen fortschreitenden Zustand, bei dem unsere Sinne und unserer Geist im Hinblick auf den Glauben verdunkeln; bis hin zu dem Moment, bei dem sich Gott unserem Erkennen vollständig entzieht. Gott ist wie weg. Wir “fühlen” ihn nicht mehr, “erleben” ihn nicht, haben keinen “inneren Eindruck” seiner Gegenwart. Puh! Ja, stimmt, puh!, das ist schwer; aber das ist vor allem ein wichtiger Prozess der Läuterung, um nicht die eigenen Gefühle und Erlebnisse zu lieben, sondern Gott. Und zugleich ist diese “Dunkle Nacht der Seele” wohl auch eine treffende Umschreibung der Situation des Glaubens in unseren Breitengraden: Gott ist wie weg. Wir “fühlen” ihn in unserer Gesellschaft weniger, “erleben” ihn nicht mehr so häufig usw. Umso wichtiger sind Orte, an denen Gott – wirklich ER – die Morgendämmerung SEINER Gegenwart anbrechen lassen kann. Dabei “geht es nicht darum, eine neue Taktik zu finden, um die Kirche wieder Geltung zu verschaffen. Vielmehr geht es darum, jede bloße Taktik abzulegen...” (Benedikt XVI., Begegnung mit engagierten Katholiken, Freiburg 25.9.2011).

Bist Du dabei, diese Orte SEINER Gegenwart mitzutragen?

Ein von Gott gesegnetes, neues Jahr!
Maxi