Der „Erste Tag“ eines neuen Lebens

von Dave

Gut 1 Jahr ist er her, der „Erste Tag“ meines neuen Lebens. Bevor ich zu den Einzelheiten dieses Tages komme, möchte ich ein paar Fakten der vielen Tage davor erzählen. Aufgewachsen in einem Ortsteil mit vielen Problemen, bildete sich unsere Clique schon im Kindergarten. Schon im Kindergarten fing es an: das Kribbeln, wenn man etwas tut, was die anderen nicht machen oder wo vor die anderen Angst haben. Alles was verboten war, war interessant. So fing der Blödsinn schon früh an, da für Details einige Seiten nötig wären, beschreibe ich es kurz:

Mit 11 Jahren Rauchen, mit 12 der erste Rausch und mit 13 Jahren das erste Mal die Polizei im Hause. Lange hat mir dieses Leben gefallen, es war für mich das „Leben in Fülle“. Von der Kirche, in die ich jeden Sonntag, solange es meinem Vater möglich war, gezwungen wurde, wollte ich nicht viel wissen. Null Interesse, null Begeisterung und eher ein Störfaktor! Eine Stunde in der Woche dafür zu investieren, war schon zu viel. Es war die reinste Qual eine Stunde, das langweilige und für mich wenig bedeutende Schauspiel am Altar und das unbegeisterte Publikum zu beobachten. Kaum war die Messe vorüber, ging es gleich zu den Kumpels.

So kam es das mit 13,14,15 Jahren, das Furtgehen, der Alkohol und Mädchen immer wichtiger für mich wurden.  So ging das jedes Wochenende, mind. 1x Volllaufen lassen, dann ab auf die Piste und die Jagd ging los. Schauen, dass man sich möglichst eins der angetrunken Mädls aufreißt, das war das Ziel. Wenn jemand, der jedes Wochenende in solche Clubs furtgeht und behauptet, er möchte nette Menschen kennenlernen und gute Gespräche führen, sagt nur selten die Wahrheit. Das ist dort unmöglich, da herrscht echt nur der Alkohol und der Sexualtrieb des Menschen.

Dann kam eine Zeit mit 18-19 Jahren, in der mir es durch das ganz Furtgehen körperlich nicht mehr gut ging, ich aber nicht aufhören konnte, es wurde immer mehr, mehrmals die Woche. Dann stellte ich mir einige Fragen: Kannst du dir ein Wochenende ohne Alk und Furtgehen vorstellen? Antwort: Niemals!, F: Was machst du mit deinem Leben A: Kein Plan, F: Was bedeutet es (kath.) Christ zu sein A: Außer der auswendig gelernten Liturgie kein Plan.  OH OH, Alter du musst was ändern. Von den Tag an versuchte ich eins zu ändern, ich wollte mehr über Gott, Glaube und Kirche wissen. Ich fing an mich mit der Kirche zu beschäftigen Internet, Bücher und vor Ort. Doch es ist gar nicht so einfach, „Einfach zu Glauben“, vor allem wenn wie in meinem Fall seine Lebenweise und sein Umfeld behalten wollte.

3 Jahre ging dieser Kampf, meines Gehirns, meines Herzens und meiner Seele. In diesen Teilen meines Daseins, tat es oft sehr weh, meine Seele krümmte sich vor Schmerzen. Es war wie eine Wüste meines Seins, jetzt weiß ich es war die Vorbereitung auf etwas Gewaltiges! 2010 entschied ich mich den „Chef“ zu besuchen (nein ich wollte nicht sterben) ich wollte in den Vatikan! Doch so kam es: Ich hatte kein Urlaub zu der Zeit der Reise, stattdessen passte mein Urlaub genau zu den Tagen einer Reise nach „Fatima“. So machte ich mich im August 2010 mit einer mir unbekannten Gruppe altgedienter Katholiken auf den Weg nach Fatima. Ein unglaublicher Ort, von dem ich jetzt sagen kann, dass er eine brutale Salbung hat. Dort machte ich meine ca. 1,5 Std. lange Lebensbeichte und bekam den Tipp des Priesters, meine Sorgen, Nöte und Bitten in Fatima zu lassen und die Muttegottes zu bitten, Gleichgesinnte zu finden, die in meinem Freundeskreis überhaupt nicht vorhanden waren! Das tat ich und kam voller Eifer aus Fatima zurück, betete jeden Tag einen Rosenkranz, war echt ein tolles Gefühl. Das ganze hielt genau 2 Wochen an und alles begann von Vorne, Furtgehen, Mädels, seelisch Krämpfe und keine Anzeichen eines lebendigen Glaubens, einer Bekehrung.

Doch dann kam er, der „Erste Tag“ meines neuen Lebens - 16. Jan 2010: Dave glüht mit seinem Kumpel daheim volle Kanne vor, dass er die Taxifahrt nach Salzburg gar nicht mehr realisiert. Auf der anderen Seite bereiten sich die A.F.F.E.N in Salzburg auf ihren Einsatz vor. Mit gefühlten 3 Promille kamen ich und mein Kumpel in Salzburg an. Nach einigen Bar-Besuchen, begann eine hitzige Debatte zwischen uns beiden, mitten auf der Straße beim Rudolsfkai. 2 Wahnsinnige, aber vor allem mutige A.F.F.E.N trauten sich uns 2 volltrunkende und streitende Typen anzuquatschen. Der erste Antritt wurde abgewiesen, doch einer der beiden trat noch einmal an uns heran und schenkte uns eine „Wundertätige Medaille“, mein Stichwort. Ich wusste, dass es zu 97 % ein kath. Christ sein muss, da er mir die Medaille mit der Muttergottes schenkte. Wir begannen uns sofort zu unterhalten. Was ich noch weiß, ging es um Fatima.

Doch dann kam ein natürliches Bedürfnis dazwischen, wir mussten auf´s Klo. Der mutige Loretto nahm uns mit nach St. Blasius. Mit zwei Argumenten 1. Da gibt’s ein Klo 2. Es gibt Bier. Doch dann kam´s. Nachdem ich mich erleichtert hatte, wurde ich in die Anbetung gebracht. Ob es freiwillig war oder nicht, aber auf einmal stand ich 1 m entfernt vom Allerheiligsten.  Es war unglaublich, obwohl ich so angetrunken war, war es in mir drinnen ganz ruhig und klar. Und es fühlte sich genauso an wie in Jes 43: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst. Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.

BOOM! Das war´s am nächsten Morgen wachte ich ohne jegliche Erinnerungen, bei meinem Kumpel auf. Ich fühlte mich so seltsam, irgendetwas ist passiert, irgendetwas ist anders! Nach kurzer Zeit fand ich einen Flyer von Loretto in meiner Hose und einige österr. Handynummern in meinem Handy. So etwas kam nur selten vor, da ich von der deutschen Seite der Salzach komme. Da kam es mir so langsam, ich wusste nicht mehr viel, aber das in der Anbetung brannte sich mir ein. Sofort schrieb ich einer dieser Nummern eine SMS und verabredete mich zur Messe. Es war etwas seltsam und peinlich, da mich schon einige kannten und grüßten und ich konnte mich an keinen einzigen Erinnern. Danach mein erster Gebetskreis, noch dazu charismatisch, was ich überhaupt nicht kannte. 3-4 Gebetskreise dauerte es bis ich dem ganzen vertraute.

Das war der „Erste Tag“ meines neuen Lebens. Alles wurde anders, es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Auf einmal machte es Sinn und Spaß, in der Bibel zu lesen, in die Kirche zu gehen, zu beten. Alles in mir wurde anders, es ist so schön, ich fühle mich wie in Joh 3,3 wie ein im Hl. Geist wiedergeborener. Echt Hammer diese neuen Menschen, die Gemeinschaft, diese neue Familie und diese Kirche, ich liebe sie!

Nach dem mich der Herr so erwischt hatte, passierten viele wunderbare Sachen. Eine davon ist, dass der Herr mich in die Mission nach Südafrika gerufen hat. Für 1 Jahr werde ich mein Leben, mit armen und benachteiligten Waisenkinder und Menschen aus ärmeren Verhältnissen teilen. Vieles habe ich aufgeben: Meinen super Job, meine Wohnung und meine materielle und finanzielle Unabhängigkeit! Doch noch nie hab ich mich so frei gefühlt, wie nach dieser Entscheidung.

So spannend ist der Herr! Leute, lasst euch von IHM berühren! Sucht euch Orte, sucht euch Menschen auf denen der Geist des Herrn ruht. Macht euch auf den Weg, habt Vertrauen. Es wird keine Enttäuschung geben, schaut mich an! Ich dachte ich hatte das Leben in Fülle, doch ich hatte das Glück, dass der Herr sich meiner erbarmt hat. Das Leben mit dem Herrn ist ein Abenteuer, was euch kein Club, kein Mensch und keine Sache bieten kann. Betet, dass auch ihr findet und betet, dass auch ihr gefunden werdet. Mir schickte der Herr die A.F.F.E.N, ich bin gespannt, wen der Herr euch schicken wird oder geschickt hat. Vielleicht sehen wir uns an einem Sonntag im Gebetskreis in Salzburg, dann können wir uns unterhalten.

Alles für Christus!
Bless euer Dave